Culture Clash vor imposanter Bergkulisse: Grindelwald mit Kleinkindern – Teil 2: Outdooraktivitäten im Sommer und im Winter

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In Teil 1 haben wir bereits allgemeine Information zu Grindelwald und ein paar Budget-Travel-Tipps zusammengefasst. Im 2. Teil geht es nun um Aktivitäten im Sommer und im Winter, die abwechslungsreich und mit Babys/Kleinkindern gut machbar sind und für die man in Summe kein Vermögen los wird.

Sommer:

1. Biketour zur Großen Scheidegg

Wenn man eine Mountainbiketour mit Kids im Bikecarrier plant, sucht man bekanntlich weniger nach Touren mit hohem Trailanteil. Bei den meisten Touren auf Asphalt wird einem aber schon beim Lesen der Beschreibung langweilig. Die Biketour von Grindelwald zur Großen Scheidegg verspricht allerdings viele schöne Ausblicke auf Wetterhorn, Schreckhorn, Eiger und die gegenüber liegende Kleine Scheidegg mit Lauberhorn. Zumindest derjenige, der den Carrier nicht bergab bremst, kann zwischen den Serpentinen kurze Abschnitte auf Trails einbiegen. Die Tour ist zu 100% auf Asphalt, jedoch mit rund 900hm und teilweise über 12% Steigung schweißtreibend und sportlich – zumindest mit etwa 30 kg Gewicht am Hinterrad.

scheidegg

Strecke: 20 km
Dauer: 2,5 Stunden (netto)
Uphill: 900 hm
Downhill: 900 hm
Einkehrmöglichkeiten: Berghotel Große Scheidegg, Hotel Wetterhorn
Alternativrouten für denjenigen ohne Bikecarrier: Beliebig erweiterbar ist die Tour über Eggboden oder First (Große Scheidegg – First – Grindelwald mit etwa 15 km und 1200 hm einfach). Wer sich komplett auspowern möchte, ist mit der Rundtour von Grindelwald über Wilderswil, Meiringen zur Großen Scheidegg gut bedient. Die komplette Rundtour hat 76km, 1400 hm und man muss in etwa 6 Stunden Zeit einplanen.
Kosten: 0,- EUR, sofern man nicht einkehrt

2. Wanderung auf dem Eiger Trail (Alpiglen bis Eigergletscher)

Der Eiger Trail führt am Fuße der Eigernordwand entlang und beeindruckt mit einzigartigen Blicken. Die weltberühmte Kletterwand ist vom Trail aus zum Anfassen nah und die häufig zu hörenden Steinschläge in der Wand flößen Respekt ein. Viele Wanderer beginnen die Tour am Eigergletscher und wandern hinab zum Berghaus Alpiglen. Wir haben es aus sportlichem Ehrgeiz andersrum gemacht. Die Fahrt mit der Zahnradbahn ist zwar unverschämt teuer, allerdings ist es die Wanderung wirklich wert. Der Eiger Trail ist bei außergewöhnlichen Witterungsbedingungen, z.B. nach starken Regenfällen oder nach Schneefällen gesperrt, daher sollte man sich vor der geplanten Wanderung in der Tourismusinfo erkundigen.

eigertrail

Strecke: 6 km
Dauer: 2,5 Stunden (netto)
Uphill: 800 hm
Downhill: 90 hm
Einkehrmöglichkeiten: Alpiglen, Bergstation Eigergletscher, unterwegs keine
Kosten: Fahrt mit der Zahnradbahn von Grindelwald nach Alpiglen: 16,- sFr/ Person, Fahrt mit der Zahnradbahn von Eigergletscher nach Grindelwald: bis zu 41,- sFr/ Person in der Hauptsaison, Kinder bis 6 Jahre kostenlos

3. Chillen / SUP am Thunersee  

Eine willkommene Abwechslung zum Wandern und Biken ist ein Tag am Thunersee. Einen sehr schönen Badeplatz haben wir in Neuhaus/ Unterseen in der Nähe von Interlaken ausfindig gemacht. Dort gibt es schöne Liegewiesen und der See ist über Treppenstufen, auch mit Boot oder SUP, gut zugänglich.

thunersee

Lage:

Kosten: Nur Benzinkosten, sofern man mit dem Auto hinfährt und Verpflegung mitnimmt

4. Wanderung vom First zum Bachalpsee

Die leider recht überlaufene Wanderung vom First zum Bachalpsee bietet alles, was das Wanderherz höher schlagen lässt: Der breite Wanderweg ist schön angelegt und führt durch saftig grüne Alpwiesen. Im Sommer zieren zahlreiche Blumen die Wiesen und zusammen mit dem Läuten der Kuhglocken sind die Ausblicke fast schon kitschig. Gegenüber ragen die schneebedeckten Viertausender in die Höhe. Vom First aus muss zunächst ein kurzer Aufstieg bewältigt werden. Wetterhorn, Schreckhorn und das haifischflossenartig geformte Finsteraarhorn, der höchste Berg der Berner Alpen, bilden einen pittoresken Kontrast zu den grünen Wiesen. In Anbetracht des gesalzenen Preises für die Gondelfahrt bieten sich im Anschluss an die Wanderung noch weitere Aktivitäten beim First an: Den schwindelerregenden Cliff Walk sollte man nicht auslassen, auch wenn uns solche Bauwerke an sich eher kritisch stimmen. An der Mittelstation Bort gibt es einen sehr schönen Abenteuerspielplatz. Alternativ könnte man auch den Murmeltier-Lehrpfad vom First nach Schilt und weiter zum Grillplatz am Oberlägerlift besuchen.

bachalpsee

Strecke: 6 km
Dauer: 2 Stunden (netto)
Uphill: 155 hm
Downhill: 155 hm
Einkehrmöglichkeiten: Bergstation First, unterwegs keine

Kosten: Gondelfahrt von Grindelwald zur Bergstation First und zurück: 42,- sFr/ Person (mit Gästekarte), Kinder bis 6 Jahre kostenlos

5. Biketour zur Waldspitz

Obwohl nur im oberen Teilabschnitt auf Schotterpiste, ist die Tour zum Bergrestaurant Waldspitz mit Bikecarrier aufgrund von Steigungen von mehr als 10% recht schweißtreibend. Für die Strapazen wird man jedoch mit sensationellen Bergblicken auf Wetterhorn, Schreckhorn, Eiger und Jungfrau belohnt. Bei Sonne ist man im Wald während der Tour weitestgehend vor Überhitzung geschützt.

waldspitz

Strecke: 15 km
Dauer: 2 Stunden (netto)
Uphill: 900 hm
Downhill: 900 hm
Einkehrmöglichkeiten: Rasthysi, Bergrestaurant Waldspitz
Alternativrouten für denjenigen ohne Bikecarrier: Erweiterbar ist die Tour zum First, der Downhill vom First zur Waldspitz verspricht Spaß und einige technische Passagen. Wenn man noch nicht genug hat, kann man nach kurzer Abfahrt zur Bussalpstraße nochmal 400 hm zur Bussalp anhängen.
Kosten: 0,- EUR, sofern man nicht einkehrt

 

6. Wandern und Sommerrodeln am Pfingstegg 

Rund um das Pfingstegg gibt es diverse kürzere und längere Wanderungen, die zum Teil gut mit Kindern machbar sind. Eine Übersicht dazu findet man hier. Wir sind von Grindelwald aus über Weid nach oben und über Sulz wieder zurück ins Tal gewandert. Am Pfingstegg gibt es einen kleinen Spielplatz und eine Sommerrodelbahn.

pfingstegg

Strecke: 8 km
Dauer: 2,5 Stunden (netto)
Uphill: 500 hm
Downhill: 500 hm
Einkehrmöglichkeiten: Pfingstegg, diverse kleinere Jausenstationen
Kosten: 0,- EUR, sofern man hoch und wieder runter wandert und nicht einkehrt, Bergfahrt Seilbahn: 16,- sFr einfach, 24,- sFr retour (Kinder bis 6 Jahre kostenlos), Rodelbahn: Einzelfahrt 5,50 sFr, 3,50 sFr für Kinder.

Winter:

1. Schneeschuhtour zum Ferienheim „Unterer Lauchbühl“

Eine sehr schöne Schneeschuhwanderung mit der Möglichkeit, jederzeit abzukürzen oder beliebig zu erweitern, ist die Tour vom Hotel Wetterhorn zur Unteren Lauchbühl. Die Tour kann man wahlweise entlang der Talabfahrt Hohwald (bei geringer Schneelage) oder auf dem ausgezeichneten Schneeschuhpfad machen. Während der gesamten Tour ist das Wetterhorn zum Greifen nah und auf dem Schneeschuhpfad gibt es zahlreiche einsame Abschnitte mit schönen Fotomotiven. Am Unteren Lauchbühl sind die Bänke davor ideal für eine Jause. Erweitern kann man die Wanderung zur Großen Scheidegg oder zu diversen Berghütten im Skigebiet First.

schneeschuhtour

Strecke: 5 km
Dauer: 2 Stunden (netto)
Uphill: 250 hm
Downhill: 250 hm
Einkehrmöglichkeiten: Hotel Wetterhorn
Kosten: 0,- EUR, sofern man mit dem Skibus Grindelwald bis zum Hotel Wetterhorn fährt (mit Gästekarte) und Verpflegung mitnimmt.

2. Rodeln von der Bussalp

Ein einmaliges Erlebnis ist die Rodelbahn von der Bussalp bis nach Grindelwald, sofern es die Schneelage zulässt. Die präparierte Abfahrt auf einer Strecke von 7 Kilometern ist auf dem Family Track gut mit Kleinkindern machbar. Mit dem kostenpflichtigen Grindelwaldbus fährt man vom Busbahnhof bis zur Bussalp in etwas 45 Minuten. Wer möchte, kann ab Bussalp noch bis zum Faulhorn laufen und anschließend die längste Rodelbahn Europas bis nach Grindelwald hinabfahren. Wenn es kalt ist, sollte man Kleinkinder sehr gut einpacken und öfter Pausen einlegen. An der Bussalp gibt es einen großen Familien Schneepark, in dem man fleißig üben kann oder auch mal Snow Tubing ausprobieren kann. Mehr Infos gibt’s hier. Leider nicht ganz günstig, aber lohnenswert.

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Strecke: 7 km
Dauer: 1 Stunde (netto)
Uphill: 0 hm
Downhill: 700 hm
Einkehrmöglichkeiten: Bussalp, Kleine Bar an der Strecke und in Weidli
Kosten: Busfahrt ab Busbahnhof Grindelwald 24,- sFr/ Person, Kinder bis 6 Jahre sind kostenfrei, sofern der Schnee nicht mehr bis ins Tal reicht und man die restliche Strecke nicht laufen möchte, muss man die Fahrt retour auch bezahlen, Schlittenverleih an der Bussalp oder im Ort für ca. 15,- sFr

3. Skifahren lernen im Übungsgelände Bodmi

Die bodmiARENA ist ein groß angelegtes Anfängergelände, das sich ideal zum Skifahrenlernen eignet. Es gibt einen Zauberteppich und einen Tellerlift, die gegen einen überschaubaren Unkostenbeitrag genutzt werden können. Zudem kann man dort auch Schlitten fahren oder snowtuben. Daher kann man es an der bodmiARENA mit der kompletten Family einen ganzen Tag gut aushalten.

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Kosten: 0,- sFr für Skibus (mit Gästekarte), 10,- sFr für die Tageskarte Zauberteppich (Kinder bis 6 Jahre kostenlos), 24,- sFr für die Tageskarte Zauberteppich und Tellerlift

4. Hallenbad und Kletterspielplatz  

Eine ideale Aktivität für Pausen- oder Schlechtwettertage ist der Besuch des Hallenbades im Sportzentrum in Kombination mit dem davor befindlichen Kletterspielplatzes, auf dem sich die Kinder schon vor dem Schwimmen ordentlich austoben können.

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Kosten: Kletterspielplatz 0,- sFr; Hallenbad 7,50 sFr mit Gästekarte; Kinder unter 6 Jahren kostenlos

 

 


4 Gedanken zu “Culture Clash vor imposanter Bergkulisse: Grindelwald mit Kleinkindern – Teil 2: Outdooraktivitäten im Sommer und im Winter

  1. Vielen Dank für die tolle Übersicht an Sommer- und Winteraktivitäten. Ich war in meinem Leben vor den Kindern schon mal dort und die Berge hatten mich echt umgehauen. Mit euren Tipps bekomme ich gleich Lust, dies auch mit den Muckelchen zu machen und ihnen g’scheite Berge zu zeigen. Danke dafür!! 😊 Liebe Grüße, Anja

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