Elternzeitroadtrip No. 3: Mit dem Pickup-Camper durch Südamerika – Das Vorhaben

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So. Jetzt können wir es endlich offiziell kommunizieren… Nein, wir erwarten kein drittes Kind. Aber wir werden einen dritten Elternzeitroadtrip machen. Und zwar so richtig diesmal. Mit unserem Pickup-Camper durch Südamerika. Ein Jahr lang. Los geht’s im August. Da werden wir nach Montevideo fliegen und kurze Zeit später hoffentlich unseren unversehrten Camper am Hafen in Empfang nehmen. Dann geht’s erstmal nordwärts bis Rio und anschließend wieder südwärts nach Feuerland, wo wir den Jahreswechsel verbringen wollen. Von dort aus arbeiten wir uns dann die Westküste hoch und lassen im Idealfall unseren noch immer unversehrten Camper von Kolumbien aus wieder zurückverschiffen.

So der grobe Plan. Dessen Verwirklichung ist natürlich unter anderem auch davon abhängig, wie sich die politische Lage dort entwickelt.

Unsere Intention dahinter? Wir haben kein übergeordnetes Ziel und keine Mission. Wollen keine Wale retten, haben nicht vor, uns ein Jahr lang nur von Rohkost zu ernähren und planen keine Wohnmobilgeburt.
Wir wollen ganz einfach für ein Jahr aus dem Hamsterrad ausbrechen, in dem man oftmals gefangen ist, wenn man versucht, Familie und Beruf zu vereinbaren. Entschleunigen. Ein Jahr fernab von nicht enden wollenden ToDo Listen verbringen, einerseits auf engstem Raum und nur mit dem Nötigsten, aber gleichzeitig auch mit den unbegrenzten Möglichkeiten, die einem ein Leben „on the road“ bietet. Unseren Kinder dabei zusehen, wie sie die Welt entdecken. Ihnen die Gelegenheit geben, die unverfälschte Natur zu erleben und eine starke Bindung zu ihr aufzubauen. Sie die Erfahrung machen lassen, dass Wasser ein kostbares Gut ist und fremde Kulturen nichts sind, wovor man sich fürchten muss. Als Familie noch enger zusammenwachsen.

Wenn die Kinder in der Schule sind, ist ein solches Vorhaben auf jeden Fall schwieriger in die Tat umzusetzen. Und beide sind jetzt in einem Alter, in dem sie durch eine solche Reise nicht nur geprägt werden, sondern auch konkrete Erinnerungen daran haben werden. Also, wenn nicht jetzt, wann dann?

„Ist das nicht gefährlich?“ Diese Frage, die uns in ca. 50% der Fälle als allererstes gestellt wird, wenn wir Freunden, Bekannten und Kollegen von unserem Vorhaben erzählen, können wir freilich erst im Nachgang abschließend beantworten. Absolute Sicherheit gibt es nirgendwo. Wir stürzen uns nicht blauäugig in dieses Abenteuer, aber sind der festen Überzeugung, dass die meisten Bedenken übertrieben sind und aus dem „Media-Bias“ resultieren. Wir haben diverse Blogs und Bücher von Familien gelesen, die eine ähnliche Reise unternommen haben und uns auch mit anderen Familien dazu ausgetauscht.
Es gibt sicherlich Regionen, die man meiden sollte und Verhaltensregeln, die man beachten sollte. Wenn man dies tut und zudem auf sein Bauchgefühl vertraut, wird man feststellen, dass es sich auch mit Kindern in Südamerika sehr gut reisen lässt und der Großteil der dort lebenden Menschen unglaublich warmherzig und kinderlieb ist.
So der Grundtenor der Berichte und Gespräche.

Mit der Idee schwanger geworden sind wir im Sommer vor 2 Jahren, kurz nach unserem 2. Elternzeitroadtrip. Seitdem ist hinsichtlich deren Verwirklichung schon viel passiert. Wir haben unseren VW-Bus verkauft und uns ein geeignetes Gefährt zugelegt –  definitiv eines der herausforderndsten ToDos auf der langen Liste. Wir haben unsere Elternzeiten organisiert und beantragt, was bei Peter eine recht umfangreiche Vorbereitung erforderte, da es ja nach wie vor nicht üblich ist, dass man als Mann so lange in Elternzeit geht. Wir haben unsere rudimentären Spanischkenntnisse etwas vertieft und einen Großteil der Impfungen hinter uns gebracht – mit viel Geschrei, Tränen und Trostgummibärchen bei den Kindern und schlechtem Gewissen bei uns. Eine große Hürde steht uns jetzt noch bevor: Die Vermietung unserer Wohnung für den Zeitraum, in dem wir unterwegs sind. Wenn das in trockenen Tüchern ist, werden wir das Vorfreude-Dauergrinsen aus unseren Gesichtern wahrscheinlich nicht mehr wegbekommen.

(Illustration von soniaepplefotografie.com)

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6 Gedanken zu “Elternzeitroadtrip No. 3: Mit dem Pickup-Camper durch Südamerika – Das Vorhaben

  1. Wow!!!!! Das klingt ja grandios. Was für eine unglaublich tolle Idee. Ich habe großen Respekt vor eurem Mut und der Willenskraft ein solches Unterfangen durchzuziehen. Und damit meine nicht einmal die Gefahren vor Ort sondern den Mut, sich diese berufliche Auszeit zu nehmen und das zu Hause für ein Jahr hinter sich zu lassen. Daran scheitert es nämlich bei uns. Ich bin mir sicher dass ihr eine unglaubliche Zeit haben werdet und kann es kaum abwarten von euren Erfahrungen zu lesen. Ihr nehmt uns doch mit nach Südamerika, oder???

    1. Hallo Caro,
      lieben Dank für deinen Kommentar. Wir werden dieses Mal zwar kein „Pic of the day“ posten, aber wir versuchen auf jeden Fall, euch regelmäßig auf dem Laufenden zu halten. 🚍⛰🌋🤘🏼

  2. Hallo, der Plan klingt abwechslungsreich, vielseitig und herausfordernd.☺️ Vor allem mit zwei Kids, wie sehen die das denn bisher? Man ist ja dann schon eine Weile von Freunden und Co getrennt. Ist sicherlich eine Erfahrung!
    Wir sind jetzt seit 11 Tagen in Chile unterwegs und haben auch schon einiges erlebt plus kleine Herausforderungen. Freu mich dann auf eure Berichte ab August!:)
    Alles Gute, Lena

    1. Hallo Lena,
      danke für deine Nachricht.
      Ja, es ist bereits vorher eine Herausforderung, alle Vorbereitungen im Job, mit Fahrzeug und Wohnung usw. hinzubekommen. Aber das ist eben so, wenn man Reisen möchte. Wir bereiten unsere Kinder schon seit längerem darauf vor und haben auch schon eine Familie getroffen, die genau diesen Trip unternommen haben. Unsere Kids reisen und entdecken unheimlich gerne, das liegt wahrscheinlich daran, dass wir mit beiden mit wenigen Monaten bereits zweimonatige Roadtrips unternommen haben. Für Nora ist die Vorstellung schon komisch, dass bald ein fremdes Kind in ihrem Bett zu Hause schläft. Im Kindergarten tragen sich ihre Freunde gerade in ein Freundebuch ein. Mit Oma und Opa werden wir regelmäßig per Videocall in Kontakt sein. Wir versuchen, dass beide die Bindung nach zu Hause nicht verlieren, ob das Heimweh aber trotzdem irgendwann mal zum Vorschein kommt, weiß man natürlich nicht und es ist Teil des Abenteuers ;-).
      Viele Grüße und euch noch viel Spaß in Chile
      Peter

      1. Hallo Peter,
        ebenso Danke für die ausführliche Antwort. Da kommt einiges auf einen zu. Als Schüler haben wir es da leichter.. und die Kids scheinen das ja cool zu machen, Respekt 🙂 dann vermietet ihr die Wohnung solang? Alles Gute und Danke
        Lena

      2. Hallo Lena,
        danke für deine Antwort. Ja, wir vermieten die Wohnung in dieser Zeit, aktuell sind wir auf der Suche nach einem Mieter.
        Viele Grüße
        Peter

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