Gemütliche, etwas verplante „Wochenbett“-Runde vor imposanter Zugspitz-Kulisse

wandern-baby-kleinkind
Während der Freitag für den „arbeitenden Teil der Bevölkerung“ oftmals der gechillteste Tag unter der Woche ist, ist er aktuell für mich der Tag, der mich am meisten fordert: Nora hat seit der Geburt von Jakob freitags immer kitafrei, was für mich ca. 14 Stunden Vollgas bedeutet. Die ersten beiden Wochen nach der Geburt von Jakob hatte Peter Urlaub, aber nun wurde ich mit meinem ersten Vollzeittag als „Mutter alleine mit 2 Kids“ konfrontiert, einem Freitag Ende September, für den grandioses Bergwetter vorhergesagt war. Was also tun? Ich hatte Glück, mein sich seit seiner Pensionierung permanent im Freizeitstress befindender Vater hatte ausnahmsweise noch keine  Bike-, Hike- oder Kajaktour geplant. Somit war ein Kraxenträger gefunden, und zwar nicht irgendeiner, sondern der (mittlerweile) heißgeliebte Opa! Da er von einer Kajaktour etwas lädiert war und ich das Ganze auch eher gemütlich angehen wollte, wir aber auf ein grandioses Bergpanorama nicht verzichten wollten, haben wir ein paar Höhenmeter mit der Ehrwalder Almbahn zurückgelegt. Der Plan war eigentlich, von dort zum Seebensee zu wandern.
hochfeldernalm
Allerdings kam es gleich zu Beginn zu ein paar Verzögerungen, sodass das zeitlich nicht mehr geklappt hätte… da wäre zunächst einmal der Spielplatz gleich bei der Bergstation der Ehrwalder Almbahn, den Nora trotz Ablenkungsmanövern unsererseits („schau mal da, die Kühe!“) natürlich gleich entdeckt hat: „Biedatz!!!“ Just in dem Moment, als sie sich eine gefühlte Ewigkeit später zum Weitergehen bewegen ließ („wir gehen auf dem Rückweg nochmal auf den Spielplatz“), entschied sich Jakob, ordentlich in die Windel zu pfeffern. Also erstmal wickeln. Als dann beide Kinder verstaut waren, fiel mir plötzlich auf, dass es jetzt zu dem Gewicht an meinem Bauch (Jakob im Ergobaby) kein Gegengewicht auf meinem Rücken mehr gab. Da hab ich Hirsch doch tatsächlich meinen Rucksack in der Gondel stehen lassen… jetzt weiß ich auch, was es mit dem Phänomen der Stilldemenz auf sich hat.
Aber wir hatten Glück, der Rucksack wurde an der Bergstation der Gondel abgegeben. Dann konnte es ja endlich losgehen! Wir waren keine 20 Meter weit gekommen, als mein Vater bemerkte, dass er doch eigentlich Stöcke mitgenommen hatte. Also nochmal zur Bergstation… Dort gab’s allerdings statt den Stöcken nur ein paar spöttische Blicke für uns.
Also ohne Stöcke weiter. Da der Tag mittlerweile schon recht fortgeschritten war, änderten wir unseren ursprünglichen Plan und gingen über einen Umweg zur Hochfeldernalm, absolut malerisch unterhalb der Zugspitze gelegen. Nach einer recht entspannten Einkehr ging’s dann in ca. 45 Minuten den direkten Weg zurück. Natürlich entkamen wir auch diesmal dem Spielplatz nicht… was sich aber definitiv als gut herausstellte, lagen doch da tatsächlich noch die Stöcke, obwohl ich ja eigentlich noch mal ganz genau geschaut hatte… Also, noch einmal rutschen, bevor’s dann mit der Gondel wieder runtergeht. Nur irgendwie rutschte Nora nicht, sondern klebte mit nassem Hintern fest. Da hatte ich in all dem Trubel doch tatsächlich vergessen, auch Kind Nummer 1 während der Wanderung mal zu wickeln.
Also man sieht schon, man braucht auf jeden Fall ein bisschen, um sich vom Wandern mit nur einem Kind umzustellen auf Wandern mit zwei Kindern. Und ganz wichtig: Immer viel mehr Zeit einplanen, als man das von seinen kinderlosen Touren gewohnt ist, selbst, wenn die Kinder den Großteil der Strecke nicht selbst laufen.
Wandern im Gebiet der Ehrwalder Almbahn ist auf jeden Fall mit Kindern gut machbar und landschaftlich sehr beeindruckend, der direkte Weg zur Hochfeldernalm wäre auch mit Kinderwagen gehbar. Tipp: An der Bergsstation kann man sogar geländegängige Buggys kostenlos ausleihen.
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3 Gedanken zu “Gemütliche, etwas verplante „Wochenbett“-Runde vor imposanter Zugspitz-Kulisse

  1. He Ihr Pashionists,

    erstmal danke für den coolen Blog von Euch, fühlen uns von Euren Berichten inspiriert – wir befinden uns nämlich in einer ganz ähnlichen „Ausgangslage“…

    Wir überlegen heute um den Kirchsee bei Sachsenkamm/Tölz zu marschieren. Habt ihr hier Erfahrung? Haben einen Chariot mit zwei Kids im Gepäck… geht das?

    Danke und Euch weiter viel Erfolg!

    1. Hallo Knirschies,

      da waren wir vor Kurzem auch.
      Es war eine Rundtour – allerdings nicht komplett um den Kirchsee, die mit langer Pause ca. 3 Std. dauert.
      Geparkt haben wir an der Kirchseestraße am letzten Parkplatz. Dann sind wir zuerst am Kirchsee entlang ins Wampenmoos gelaufen. Am Koglweiher läuft man am Parkplatz vorbei, bis man aus dem Wald kommt, dort zweigen zwei Forstwege links an. Wenn man den ganz linken Weg nimmt, kann man einige super schöne Blicke ins einsame Land erhaschen. Am Ende muss man ein kleines Stück durch’s Moor und kommt dann auf den ursprünglichen Weg, den man bis zum Parkplatz zurück läuft. Wasserdichtes Schuhwerk ist erforderlich und man muss den Chariot kurz durch das Moor tragen – ist aber nicht dramatisch. Alternativ geht man nur einen Stich bis zum Koglweiher.
      Empfehlung: Essen inkl. Reutberger Helles vom Fass im Kloster Reutberg.

      Viel Spaß euch und Gruß aus dem Schnee in Hintertux

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