Norwegen-Roadtrip im Pickup-Camper mit 2 kleinen Kindern: Pic of the Day

Wir sind aktuell für 3 Wochen mit unseren beiden Kindern Nora (3 Jahre) und Jakob (knapp 2 Jahre) in unserem Pickup-Camper in Norwegen unterwegs. Sofern es die Internetverbindung zulässt, erscheint hier täglich unser „Pic of the Day“ mit einer kurzen Story dazu.


19.08.18

Heute liegt eine 10-stündige Autofahrt vor uns. Wie wir die Kids dabei bei Laune halten?

Am unterhaltsamsten für die Kids (und am anstrengendsten für den Beifahrer): Puppenspiel mit Playmobilfiguren auf der Sitzlehne vorführen.

Am unterhaltsamsten für die Eltern: „Häschen in der Grube“ in der Death Metal-, Dancehall-, Cheesy Pop- und Opernversion zum Besten geben.

Am abwechslungsreichsten für alle, aber meist nur kurzzeitig und bei guter Laune möglich: Die Kinder häufig vorkommende Dinge der jeweiligen Umgebung als Erstes entdecken lassen (Trampoline, Schafe, Häuser mit Bäumen auf dem Dach, Wasserfälle, VW-Busse…)

Am entspanntesten für die Eltern: Das eine Kind ne Folge Heidi auf dem DVD-Player kucken lassen, während das andere schläft.

Am effektivsten, wenn alles andere nicht mehr zieht: Ganz viel Fingerfood parat haben (der Renner: Polarbrot), von dem man dann anschließend die Hälfte wieder aus den Kindersitzen schütteln darf.


18.08.18

So. Wir haben genug vom Regen. Jetzt geht’s wieder südwärts. Heute gab’s noch das touristische Pflichtprogramm: Die „Goldene Route“ über die berühmte, aussichtsreiche Trollstigen-Passstraße mit ihren 11 Haarnadelkurven bis zum Bilderbuch-Geirangerfjord. Letzterer ist bei strömendem Regen aber nur mäßig beeindruckend. Morgen wollen wir dann die gut 700 km an die Südküste Norwegens in einem Stück zurücklegen, um dann noch 3 entspannte Tage am Meer zu verbringen, bei voraussichtlich deutlich besserem Wetter. Wenn jemand einen guten Tipp für einen Campingplatz oder „ wilden“ Stellplatz in Südnorwegen direkt am Meer hat, wären wir sehr dankbar!


17.08.18

Die Vegetation in Norwegen ist echt beeindruckend. Bei unserer heutigen Wanderung in der Nähe des Geirangerfjords wuchsen am Wegesrand überall Blau- und Preiselbeeren. Da war die Versuchung groß, ein Schälchen fürs Müsli zu sammeln. Allerdings wuchsen dazwischen auch andere, uns unbekannte rote und schwarz-lila Beeren, die sich kaum davon unterschieden. Und wie soll man ein- und dreijährigen Kindern klar machen, dass man zwar die einen Beeren pflücken darf, aber die anderen nicht? Folglich blieben die Beeren, wo sie sind und wir kaufen sie stattdessen für teures Geld im Supermarkt.


16.08.18

Heute sind wir mal etwas früher am Startplatz unserer morgigen Wanderung und damit Übernachtungsplatz für diese Nacht angekommen und hatten Zeit, etwas Leckeres in unserem Omnia Campingbackofen zu zaubern: Pizza Calzone! Der Teig war zwar nicht selbstgemacht, aber hey, Pizza vom Gaskocher! Haben wir zwar noch nicht getestet, aber man kann darin wohl auch Brot und Kuchen backen. Das Ding ist auf jeden Fall eine kulinarische Bereicherung, vor allem, wenn man länger on the road ist. Und nimmt auch nicht viel Platz weg.


15.08.18

Den Kids ist es eigentlich völlig egal, was für ein Wetter man beim Wandern hat. Hauptsache, die Klamotten halten warm und dicht und man hat genug zum Essen dabei. Wir haben für beide im Vorfeld Hardshelljacken mit 10.000er Wassersäule (was höheres scheint es in diesen Größen gar nicht zu geben) und Fleecejacken für darunter besorgt. Funktionsunterwäsche hatten wir für den Sommer eigentlich als nicht notwendig erachtet. Bei dem nasskalten Wetter hier in Norwegen macht das aber durchaus Sinn. Im Supermarkt haben wir dann zufällig Kinder-Merinounterwäsche des dänischen Traditionslabels Joha entdeckt, zu erschwinglichen Preisen und in hochwertiger (Bio-)-Qualität. Definitiv ein Kandidat für unsere Liste „Unsere Lieblingsbrands für kleine Outdoorpashionists“.


14.08.18

Was gibt es Cooleres, als an einem solch aussichtsreichen Ort mit einem noch warmen Brathendl überrascht zu werden? Kathys Vater und seine Frau sind momentan auch in Norwegen unterwegs, mit ihrem Dacia Dokker „Wohnmobil“. Wir reisen nicht die ganze Zeit zusammen, aber treffen uns immer mal wieder. Als wir uns heute diese Passstraße heraufgeschraubt haben, standen sie plötzlich mit aufgebautem Campingtisch am Straßenrand, wild winkend, und haben uns spontan zum Brathendl-Essen eingeladen.


13.08.18

Peter hat gestern den ersten Flugversuch mit unserem neuen Spielzeug, einer DJI Drohne, gestartet. In Anbetracht des bombastischen Wetters und der gigantischen Wasserfälle, zu denen wir heute gewandert sind, wäre es zu verlockend gewesen, die Drohne starten zu lassen. Doch da wir dann mangels Flugerfahrung eventuell die längste Zeit Besitzer einer Drohne gewesen wären, haben wir davon abgesehen. Deshalb gibt‘s nur ein ganz normales Wasserfallfoto.


12.08.18

Nachdem es heute mit 13 Grad zwar recht frisch, aber überwiegend sonnig war, haben wir die Gelegenheit genutzt, einen Schwung Wäsche zu waschen. Den Luxus von Waschmaschinen scheint es auf den norwegischen Campingplätzen nicht zu geben, zumindest nicht auf den Naturcampingplätzen, die wir nach ein paar „wilden“ Nächten immer mal wieder aufsuchen. Aber wir haben ja unsere „White Magic“ dabei, eine komplett manuell betriebene Waschmaschine. Und die hatte heute ihren ersten Einsatz. Das Ergebnis ist ganz ordentlich, ein mit Filzstiften bemaltes Shirt ist komplett sauber geworden. An unseren ziemlich verdreckten Wanderhosen ist sie allerdings gescheitert. Allerdings brauchen die in einer richtigen Waschmaschine zum Teil auch mehrere Waschgänge, um wieder vollständig fleckenfrei zu werden.


11.08.18

Solange die Kids beim Wandern noch keine längeren Strecken selbst laufen, sondern überwiegend in der Babytrage oder Kraxe sitzen und dort im Idealfall auch noch viel schlafen, muss man sich als Eltern eigentlich kaum einschränken, was die Touren angeht. 12-stündige Gewaltmärsche oder sehr ausgesetzte Touren sind freilich auch nicht mehr drin, aber generell kann man als Eltern in dieser Lebensphase noch gut auf seine Kosten kommen. Anders sieht es ab einem Alter von ca. 3 Jahren aus, wenn die Kids mehr und mehr selbst laufen. Einerseits freut es einen natürlich total, wenn man merkt, dass die Kids nicht nur selbst laufen, sondern es ihnen auch noch richtig Spaß macht. Andererseits bedeutet es, dass man einfach viel langsamer unterwegs ist und viele Touren nicht mehr machbar sind. Wir mussten beispielsweise feststellen, dass eine mit 3 Stunden angegebene Tour mittlerweile das Maximum für uns ist, da wir dafür meistens fast doppelt solange brauchen. Insofern blieb uns ein weiterer Norwegen-Klassiker, die ca. 23km lange Wanderung zur Trolltunga, verwehrt. Aber man lernt auch, sich mit den kleinen Dingen zufrieden zu geben. Insofern fanden wir es bei unserer heutigen Wanderung zum Bondhusbrea-Gletscherfall schon super, auf dieser „Kinder-Trollzunge“ zu sitzen.


10.08.18

Es regnet. Ununterbrochen seit 32 Stunden. Und es hat keine 10 Grad. Mittlerweile stürmt es auch ziemlich. Wir lernen die Vorzüge unseres Adventuremobils mehr und mehr zu schätzen. Beispielsweise, dass wir eine Wäscheleine quer durch die Kabine spannen und die Heizung aufdrehen können, um unsere völlig durchnässten Wandersachen für die nächste Wanderung zu trocknen. Und es hat einfach was, an so einem Ort aufzuwachen. Auch, wenn uns ein Outdoor-Frühstück heute verwehrt blieb.


09.08.18

Okay… Dass der Preikestolen kein Geheimtipp ist, war uns klar. Und dass momentan Ferienzeit ist, auch. Aber damit, dass sich derartige Menschenmassen dorthin bewegen, hätten wir nicht gerechnet, zumal das Ganze in Anbetracht der Strecke und der Wegbeschaffenheit schon eher eine Wanderung als ein Spaziergang ist. Auch wenn die (nicht-vorhandene) Ausrüstung des ein oder anderen „Wanderers“ eher letzteres vermuten ließ… Deshalb gibt‘s von uns auch nicht das klassische einsame Beinebaumelbild vom Preikestolen, sondern die ungeschönte Wahrheit. Fast noch beeindruckender als die 600 Meter senkrecht abfallende Felswand war allerdings die Tatsache, dass auf der gesamten Strecke so gut wie überhaupt kein Müll rum lag, trotz der zig tausend Menschen aus den verschiedensten Kulturen mit teilweise doch sehr unterschiedlichem Umweltbewusstsein.


08.08.18

Der norwegische Sommer war wohl bisher so warm und so trocken wie schon lange nicht mehr. Wir haben schon die ganze Zeit befürchtet, dass das irgendwann ein Ende hat. Das Irgendwann scheint genau dann eingetreten zu sein, als wir angekommen sind, zumindest überwiegen seitdem grauer Himmel und Regen und der Wetterbericht verspricht auch keine Besserung. Wie dem auch sei, wir sind mit unserem Adventuremobil auch für schlechtes Wetter gerüstet und versuchen, das Beste daraus zu machen.


07.08.18

Obwohl wir nur 10 Minuten vom Fährhafen entfernt übernachtet haben, hätten wir beinahe unsere Fähre verpasst. Schuld ist eine Flasche Kaffeesirup. Diese muss in unserer Vorratskiste einen ungünstigen Schlag abbekommen haben, so dass der Boden herausgebrochen ist. Das hatte zur Folge, dass sich das klebrige Zeug seinen Weg gebahnt hat, zunächst durch die Kiste, dann durch den Schrank in unserem Camper und schlussendlich durch den Kondenswasserablauf hinter dem Schrank nach draußen…
Beim Zerlegen des Schranks gab‘s dann aber zumindest eine positive Überraschung: Am Schrankboden waren zwei 50€-Scheine befestigt. Die Vorbesitzer hatten hier wohl ihr Geheimfach. Und noch ein positiver Nebeneffekt: In unserem Camper duftet es jetzt bestimmt noch ne ganze Weile lecker nach Macadamia.


06.08.18

Yes! Nach 4 Fahrtagen sind wir in Hirtshals, Norddänemark angekommen. Morgen Früh um 10 Uhr geht unsere Fähre nach Kristiansand. Unser ursprünglicher Plan war, bereits heute nach Norwegen überzusetzen. Nachdem wir die Fähre aber erst 2 Wochen vor Abfahrt gebucht hatten, waren schon sehr viele Überfahrten ausgebucht.
Wer also ähnliches vorhat, sollte besser früher buchen, vor allem in den Ferien.
Wir waren letztenendes aber ganz froh, dass wir diesen zusätzlichen Tag jetzt noch hatten. Mit 2 recht fordernden Kindern auf der Rücksitzbank und nicht mehr als 90km/h auf der Autobahn, wäre es für alle Beteiligten äußerst anstrengend gewesen, am Tag mehr als 300-400 km zu machen.


05.08.18

Wir haben zwar eine Dusche in unserem Adventuremobil, aber in Anbetracht unseres 60l-Tanks ist diese für die Grundreinigung einer vierköpfigen Familie eher unpraktikabel.
Wenn man primär frei steht, stellt sich also alle paar Tage die Frage, „wo duschen?“.
Nach 2 Tagen on the road war das Verlangen nach einer Dusche zwar noch nicht so groß, aber nachdem wir heute neben einem Strandbad genächtigt haben (legal+kostenlos), haben wir die Gelegenheit beim Schopfe gepackt und gleich zwei Fliegen mit einer Klappe erschlagen: Die Kinder konnten sich vor der nächsten Etappe nochmal ausstoben in dem echt nett gemachten Strandbad „Dorfmark“ in der Lüneburger Heide und wir hatten anschließend eine Deluxe-Dusche, für insgesamt 5€.


04.08.18

Nach einer megaheißen Nacht gab es nichts Besseres als ein erfrischendes Bad direkt nach dem Aufwachen in dem See, neben dem wir genächtigt hatten. Den Stellplatz in Arnstein (nördlich von Würzburg) hatten wir über die sehr empfehlenswerte App womo-stellplatz.eu gefunden.


03.08.18

Finally on the road! Aus unserem Masterplan, unser Adventuremobil Donnerstag Abend weitestgehend zu packen und dann pünktlich zum Kitaferienbeginn die Kids abzuholen und Richtung Norden loszustarten, wurde natürlich nix.

Unser straffer Zeitplan wurde bereits Donnerstag um 09:05 Uhr durchkreuzt, als Kathy, gerade eine Stunde im Büro, von der Kita angerufen wurde: Jakobs Augen tränen, Verdacht auf Bindehautentzündung, er müsse abgeholt werden… Am vorletzten Tag vor dem Urlaub natürlich denkbar ungünstig.  Aber gottseidank konnte der Opa spontan einspringen und Peter seine Termine so umdisponieren, dass er dann heute einen „Kind-Krank-Tag“ nehmen konnte.

Folglich verbrachte Kathy den Donnerstag Nachmittag nicht mit Packen, sondern beim Augenarzt. Und heute hat dann natürlich auch alles wieder viel länger gedauert. Aber jetzt sind wir unterwegs, die Kids schlafen friedlich auf der Rücksitzbank und so ganz langsam stellen sich erste Nuancen eines Urlaubsgefühls ein. Jakobs Augen geht‘s übrigens dank homöopathischer Tropfen auch wieder gut…


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