Ein Abschiedsbrief

IMG_6530

Lieber Wabu,

wir hätten nie gedacht, dass es jemals so weit kommen würde, aber nun steht unser Entschluss fest: Wir werden uns von dir trennen.
Es war weiß Gott keine einfache Entscheidung und während wir diese Zeilen schreiben, stehen uns Tränen in den Augen. Als du damals vor fünfeinhalb Jahren frisch geschlüpft zu uns kamst, waren wir uns sicher, dass wir bis an unser bzw. dein Lebensende zusammenbleiben würden. Aber manchmal kommt alles anders als man denkt.
Um deine Frage vorwegzunehmen: Ja, wir haben bereits einen Nachfolger in Aussicht. Wenn du ihn sehen würdest, würdest du dir wahrscheinlich denken: „Wie, für so einen lasst ihr mich sitzen? Das ist nicht euer Ernst!“ Du hast ja recht. Eine Schönheit ist er nicht. Aber es kommt ja auch auf die inneren Werte an. Und hier mussten wir, was uns betrifft, schmerzhaft feststellen, dass wir uns einfach etwas auseinander gelebt haben in letzter Zeit. Primär hängt das damit zusammen, dass wir seit einiger Zeit nicht mehr nur zu zweit mit dir unterwegs sind, sondern zu viert. Und in dieser Konstellation ermöglichst du uns nicht mehr die gleiche Autarkie wie früher und bist mit unseren Plänen nicht mehr kompatibel. Das klingt jetzt hart und recht egoistisch, das ist uns schon bewusst.
Es gab immer mal wieder erste Anzeichen, aber wir wollten es lange Zeit einfach nicht wahrhaben. Und dann war er plötzlich ausgesprochen, dieser Gedanke „was wäre wenn…“ Und ohne ihn in all seinen Konsequenzen zu Ende gedacht zu haben, wussten wir bereits, dass es für uns alle das Beste sein würde, auch wenn der Gedanke daran unglaublich schmerzte – und es noch immer tut.
Nie werden wir unsere erste gemeinsame Nacht vergessen, damals am Walchensee. Und wie wir in unserer zweiten Nacht gleich mal einen Strafzettel kassiert haben. Unvergessen werden die unzähligen Nächte bleiben, die wir mit dir in den Bergen verbracht haben, teilweise bei -15 Grad draußen und wie wir des öfteren komplett eingeschneit am nächsten Morgen aufgewacht sind. Wie wir neben diversen Urlauben zweimal 2 Monate in dir gelebt haben – einmal zu dritt und einmal zu viert – und dabei kein einziges Mal ein richtiges Bett vermisst haben.
In all den Jahren hast du uns einfach nie im Stich gelassen, warst immer einsatzbereit, wenn wir dich gebraucht haben. Du hast unser Leben einfach wahnsinnig bereichert in den letzten Jahren. Und dafür möchten wir dir danken.
Wenn wir in Zukunft irgendwo einen Bruder von dir rumfahren sehen, wird uns das jedes Mal einen Stich ins Herz versetzen.
Vielleicht wird es auch irgendwann nochmal  eine Zeit geben, in der es mit uns wieder klappen würde. Aber solange wirst du leider nicht auf uns warten können.
Von daher wünschen wir dir einfach, dass du glücklich wirst.

In Liebe
Kathy und Peter mit Nora und Jakob

 

Advertisements

2 Gedanken zu “Ein Abschiedsbrief

  1. Oh je, ich kann euren Verlust sehr gut nachvollziehen. Wir machen gerade ähnliches durch und haben vor 2 Wochen unser geliebtes Wohnmobil, dass uns in mehreren Urlauben und 2 Elternzeitreisen ein tolles Zuhause war, verkauft. Manchmal muss man eben solch unliebe Entscheidungen im Leben treffen… Ich wünsche euch alles Gute für die Zukunft. Für welchen Nachfolger habt ihr euch denn entschieden ? Viele Grüße, Caro

  2. Das ist traurig! Aber Zeiten ändern sich. Ihr werdet mit Wabus Nachfolger auch viele tolle Erlebnisse haben! Was für einen Ersatz gibt ihr euch denn ausgewählt?
    Und falls ihr Wabu in treue Hände abgeben wollt… und noch keine passenden Ersatzfamilie für ihn gefunden haben solltet… wir würden ihn ggf gerne mit offenen Armen aufnehmen 🙂

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s